Effekt der Habituation auf die Identifikation und Diskrimination der Gerüche bei Menschen

Autoren:Paumann, Christian (Universität Wien); Majchrzak, Dorota
Abstrakt:Der Mensch ist allgegenwärtig verschiedensten Gerüchen ausgesetzt, sei es am Arbeitsplatz oder zu Hause. Einige davon nehmen wir als angenehm wahr andere wiederum als Belästigung. Eine große Rolle spielen dabei Emotionen und Erinnerungen, weil Gerüche mit diesen assoziiert werden. Aufgrund der Omnipräsenz von Gerüchen können Gewöhnungseffekte auftreten, sodass bestimmte Gerüche kaum oder nicht mehr wahrgenommen werden. In der Sensorik wird dieser Gewöhnungseffekt als Habituation bezeichnet. Ziel der vorliegenden Masterarbeit war es, die Geruchsfähigkeit von in der food-Industrie und non-food-Industrie tätigen Berufsgruppen, die alltäglich starken Gerüchen ausgesetzt und mit Gewöhnungseffekt konfrontiert sind, im Vergleich zu evaluieren. Es wurden 60 FriseurInnen (30±11 Jahre), 29 BäckerInnen (32±12) sowie 60 ProbandInnen (31±12 Jahre) als Kontrollgruppe getestet. Die Geruchswahrnehmungsfähigkeit wurde anhand eines Geruchsidentifikations- und Diskriminationstests der Firma Burghart („Sniffin Stick“-Sets) untersucht. Alle Ergebnisse zeigen, dass zwischen FriseurInnen und der Kontrollgruppe sowohl beim Identifikationstest (p=0,794), als auch beim Diskriminationstest (p=0,548) keine signifikanten Unterschiede beobachtet werden konnten. Beim Identifikationstest erkannte im Mittel die Gruppe der FriseurInnen von 16 angebotenen Gerüchen 12,68 und die Kontrollgruppe 12,62 richtig. Die Gerüche Zitrone (p=0,022) und Fisch (p=0,042) wurden jedoch von den beiden Gruppen signifikant unterschiedlich identifiziert. Beim Diskriminationstest haben die FriseurInnen 12,03 Geruchstripletts richtig diskriminiert und die Personen der Kontrollgruppe 12,23.Zwischen BäckerInnen und der Kontrollgruppe konnte ein signifikanten Unterschied sowohl beim Identifikations- (p=0,008) als auch beim Diskriminationstest (p=0,000) festgestellt werden. Die durchschnittliche Anzahl richtig erkannter Gerüche beim Identifikationstest betrug bei den BäckerInnen 11,69 und bei der Kontrolle 12,62. Zudem wurde ein signifikanter Unterschied in der Erkennung der Sniffing Sticks Orange (p=0,11), Banane (p=0,022) und Fisch (p=0,040) eruiert. Beim Diskriminationstest konnten BäckerInnen 10,45 von 16 angebotenen Tripletts und die Kontrollgruppe 12,23 richtig unterscheiden. Im Vergleich zwischen FriseurInnen (non-food-Industrie) und BäckerInnen (food-Industrie) wurde ebenfalls ein signifikanter Unterschied sowohl beim Identikations- (p=0,012) als auch beim Diskriminationstest (p=0,002) festgestellt. Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass BäckerInnen eine signifikant verminderte Fähigkeit haben, Gerüche richtig zu identifizieren und zu diskriminieren, was eventuell auf die Gewöhnungseffekte zurückzuführen ist.
Sprache:Deutsch
Publikationsdatum:7.11.2014
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Datei:https://ucris.univie.ac.at/portal/files/61440233/Poster_Christian_Paumann_Abgabe_commPat.pptx
Publikationstyp:Poster
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