Einfluss des Sensoriktrainings auf die olfaktorische und gustatorische Wahrnehmungsfähigkeit von Kindern

Autoren:Altmann, Maria; Majchrzak, Dorota
Abstrakt:Die sensorische Wahrnehmung steht in engem Zusammenhang mit dem Ernährungsverhalten. Besonders Kinder essen, was ihnen schmeckt. Deshalb ist es von großer Bedeutung den Geruchs- und Geschmackssinn von Kindern durch sensorische Schulungen zu schärfen um das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung zu steigern. Das Ziel der vorliegenden Studie war es zu untersuchen, ob ein kurzes Sensoriktraining (zwei gekoppelte Unterrichtseinheiten à 50 Minuten) die Geruchs- und Geschmackswahrnehmung von Schulkindern (n=69; 6-11 Jahre) positiv beeinflussen kann. Die Erhebungen waren in vier Phasen unterteilt: Baseline- Messung (ZP0), Sensoriktraining, Follow-up-Messung 1 (ZP1, eine Woche nach dem Sensoriktraining), Follow-up-Messung 2 (ZP2, ein Monat nach dem Sensoriktraining). Die olfaktorische Wahrnehmungsfähigkeit wurde mittels Geruchsidentifikationstest mit 16 Sniffin‘ Sticks der Firma Burghart Medizintechnik evaluiert und die gustatorische Wahrnehmungsfähigkeit wurde anhand eines Geschmacksidentifikationstests der fünf Grundgeschmacksarten (DIN 10961 und ISO 3972) erhoben. Das Sensoriktraining bewirkte eine signifikante (p<0,05) Verbesserung des Geruchs- und Geschmackssinns der Kinder. Bei der Baseline-Messung identifizierten die Kinder durchschnittlich 10,25 Gerüche und 1,99 Geschmacksarten. Eine Woche nach dem Sensoriktraining (ZP1) stieg die korrekte Identifizierung auf 12,33 Gerüche und 2,78 Geschmacksarten. Ein Monat nach dem Sensoriktraining (ZP2) konnte ein Anstieg auf 12,20 Gerüche und 2,64 Geschmacksarten erzielt werden. Der %Anteil der Kinder, die 12 oder mehr der 16 angebotenen Gerüche erkannt haben bzw. 3 oder mehr der 5 Grundgeschmacksarten identifiziert haben ist von ca. 30% bei der Baseline-Messung auf rund 60% zu den beiden Zeitpunkten nach dem Sensoriktraining gestiegen. Außerdem konnte der %Anteil der Kinder, die 8 oder weniger der Gerüche sowie keine einzige Geschmacksart erkannt haben, von knapp 20% zum ZP0 auf jeweils unter 10% zum ZP1 und ZP2 gesenkt werden. Es konnte ein linearer Zusammenhang zwischen Alter und olfaktorischer Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder festgestellt werden, die Älteren (9-11 Jahre) zeigten eine signifikant (p<0,05) bessere Geruchswahrnehmung als die Jüngeren (6-8 Jahre). Beim Geschmacksidentifikationstest konnte keine signifikante Differenz zwischen den beiden Altersgruppen beobachtet werden. Ein Einfluss des Geschlechts wurde weder bei der olfaktorischen noch bei der gustatorischen Wahrnehmungsfähigkeit nachgewiesen. Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass eine konstante, bis zu einem Monat dauernde Verbesserung der Geruchs- und Geschmackswahrnehmungsfähigkeit der Kinder durch ein kurzes Sensoriktraining möglich ist. Die Sinnesschulungen haben das Potential das sensorische Bewusstsein zu stärken und die Kinder für eine gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Somit stellen die Ergebnisse genügend Grund dar über eine Implementierung von sensorischen Schulungen in den Schulen nachzudenken.
Sprache:Deutsch
Publikationsdatum:8.11.2013
Links:
Datei:https://ucris.univie.ac.at/portal/files/23688064/Drei_L_nder_Sensoriktage_2013_MariaAltmann_Poster.End_1_.pdf
Publikationstyp:Poster
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